Mit einer Gelplatte kann man beeindruckende Mixed Media Kunstwerke herstellen.

Mixed Media Art: Tolle Effekte mit der Gelplatte

Die Gelplatte im Einsatz für die Kunst

„Wer denkt sich denn sowas aus?“, schoss mir durch den Kopf, als ich die Gelplatte zum ersten Mal sah. Wer ist wohl auf die Idee gekommen, Gummibärchen zum Drucken zu benutzen. Die Gelplatte ist nämlich nichts anderes als ein gigantisches Gummibärchen ohne Geschmacks- und Farbstoffe – und ein für die Mixed Media Art unverzichtbares Werkzeug. Die Arbeit mit der Gelplatte ist so vielfältig, dass sie Suchtpotential hat. Wenn du also planst, mit der Gelplatte zu arbeiten, nimm dir ausreichend Zeit, denn beim Spielen und Herumexperimentieren vergeht die Zeit wie im Flug.

Mit Gelplatten Mixed Media Kunstwerke gestalten

Mit Gelplatten Mixed Media Kunstwerke gestalten

Wie verwende ich die Gelplatte?

Ein einfacher Einstieg in die Arbeit ist es, Hintergründe für Bilder herzustellen. Dazu brauchst du die Gelplatte, eine Gummirolle, wie sie auch für Linoldrucke verwendet wird, ein einfaches Blatt zum Abrollen der Farbreste, dein Blatt (oder auch eine Leinwand oder ein Stück Holz oder Pappe), auf dem das Bild entstehen soll und Acrylfarbe. 

Gelplatten kann man fertig kaufen (sie sind allerdings nicht gerade kostengünstig) oder sie selbst herstellen. In unseren Kursen zeigen wir euch, wie das geht, und im Blogbeitrag am kommenden Sonntag könnt Ihr Euch ein Rezept und eine Anleitung downloaden oder in unserem Online-Tutorial anschauen.

Bringe nun einige Tropfen Farbe auf verschiedene Stellen der Gelplatte auf. Du kannst eine Farbe verwenden, oder mehrere, die ineinander laufen. Verteile die Farbe mit der Rolle gleichmäßig auf der Gelplatte. Es sollte ein gleichmäßiger Farbauftrag entstehen, der nicht zu dick ist. Zum Entfernen der Farbreste rolle über das einfache Blatt. Lege die Gelplatte auf dein Bild und fahre mit der Rolle über die Rückseite. Dann ziehe die Gelplatte vom Papier ab. Du kannst auch das Papier auf die Gelplatte legen. Mit einem Farbauftrag kannst du in der Regel mindestens zweimal drucken. Es entstehen auch interessante Hintergründe, wenn du nur einzelne Abschnitte deines Bildes auf die Gelplatte drückst.

Wenn du nur einen Druck machst, kannst du über die Farbreste eine zweite Farbe auftragen. Beim erneuten Drucken landen dann beide Farbschichten auf dem Papier.

Spielen mit der Gelplatte

Als nächsten Schritt heißt es, der Kreativität freien Lauf zu lassen. Nach dem Auftrag der Farbe, kann die Schicht auf der Gelplatte vor dem Drucken gestaltet werden. Dazu eignen sich alle möglichen strukturgebenden Haushaltsgegenstände. Luftblasenfolie ergibt ein Punktemuster, leere Toilettenpapierrollen Kreise, Schwämmchen, Haargummis, Fäden, zerknülltes Papier, Spülbürsten, grobe Stoffreste,… ergeben die unterschiedlichsten Muster. Entscheidend bei der Auswahl ist, was du mit den entstandenen Papieren anstellen möchtest. Hintergründe für Mixed Media Bilder dürfen unruhiger werden, wenn ein einfaches Motiv darüber gelegt wird, ein Portrait etwa, oder ein großes Tier. Einen insgesamt ruhigeren Eindruck macht dein Bild, wenn du dich auf 2-3 Farben beschränkst. Dann darf der Druck ruhig lebendiger werden. 

Willst du einen Hintergrund für ein detailreiches Gemälde drucken, so solltest du mit Strukturelementen sparsam umgehen.

Brauchst du die Drucke, um Lesezeichen, Geschenkpapier, Postkarten, Briefpapier oder Ähnliches zu gestalten, sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

Grundsätzlich gilt, die Farbe nicht zu dick aufzutragen, sonst verwischt die Struktur beim Drucken.

Mit Gelplatten Stempelmotive drucken

Mit Gelplatten Stempelmotive drucken

Gelplatte und Stempel – ein Traumteam

Die Gelplatte eignet sich hervorragend als „Stempelkissen“ für Acrylfarbe. Dabei wird eine Farbschicht aufgetragen, die mit Gummi-, Moosgummi oder Holzstempeln aufgenommen und dann gestempelt werden kann. 

Die leicht feuchte Gelplatte führt dazu, dass die Farbe gut „abgehoben“ werden kann.

Noch interessanter ist es jedoch, eine dünne Farbschicht auf die Gelplatte aufzutragen, und mit den Stempeln ein Muster zu gestalten. Dieses Muster kann dann ganz oder auch in einzelnen, kleineren Abschnitten auf das Papier gedruckt werden. Dabei ist es lohnend, darauf zu achten, dass sich das Papier gut mit der Gelplatte verbindet, damit das Muster vollständig gedruckt wird. Außer du willst ein unvollständiges Muster, um einen Vintage- Eindruck zu vermitteln.

Mit Gelplatten und Schablonen Mixed Media Kunstwerke gestalten

Mit Gelplatten und Schablonen Mixed Media Kunstwerke gestalten

Schablonen bieten grenzenlose Möglichkeiten

Du kannst deine Schablonen aus Pappe, Papier oder Moosgummi leicht selbst herstellen. Dazu benötigst du nur eine gute Schere oder einen Cutter. Auch aus Zeitungen ausgeschnittene Formen, Menschen, Tiere oder Pflanzen eignen sich als Schablonen. Diese sind jedoch nur wenige Male verwendbar, weil das Papier leicht reißt, denn es wird von der Farbe etwas aufgeweicht.

Es gibt aber auch eine große Anzahl preiswerter Schablonen aus dünnem Kunststoff, die haltbarer sind. 

Die Schablone wird, ähnlich wie die Stempel, in zweierlei „Richtungen“ verwendet. Mit der Schablone kann Farbe aufgenommen werden und auf dein Bild gedruckt werden. 

Der auf der Gelplatte verbleibende Rest, kann dann als Negativ- Druck weiter verwendet werden. 

Drucken in mehreren Schichten

Besonders eindrucksvoll werden deine Drucke, wenn du mehrere Schichten aufbaust. 

Dazu bringst du eine erste dünne Farbschicht (hier empfehle ich eine einzige Farbe oder evt. noch einige Ton-in-Ton-Farben) auf die Gelplatte auf. Mit Stempeln, Schablonen oder Alltagsgegenständen gestaltest du ein Muster. Die Farbschicht muss gut trocknen. Das dauert einige Minuten. Du kannst den Zeitraum verkürzen, wenn du die Farbe mit einem Föhn trocknest.

Auf die trockene Farbschicht wird ein zweite Schicht aufgetragen. Beim anschließenden Drucken wird die darunter liegende Schicht mit abgehoben. Das Muster kommt besonders gut heraus, wenn du eine helle und eine dunkle Farbschicht miteinander kombinierst.

Auch bei dieser Technik ist es wichtig, dass sich das Papier und die Gelplatte gut miteinander verbinden. Das erreichst du dadurch, dass du mit dem Gummiroller über das Papier (oder über die Gelplatte, je nachdem, in welche „Richtung“ du druckst) fährst. Das geht auch mit der Hand oder mit einem Löffel, aber mit dem Gummiroller kannst du die Kraft gleichmäßiger verteilen.

Allerdings sollte der Druckvorgang nicht zu lange dauernd, sonst besteht die Gefahr, dass Papierfasern auf der Farbe hängen bleiben und dein Bild zerreißt. Die Gefahr ist geringer, wenn du stärkeres Papier verwendest, etwa ab 170mg. 

Gelplatten vielfältig und immer wieder beeindruckend

Gelplatten vielfältig und immer wieder beeindruckend

Die Arbeit mit der Gelplatte ist ein großer Spaß

Die Gelplatte lädt durch ihre Vielfältigkeit zum Spielen ein. Es macht Spaß, die verschiedenen Techniken auszuprobieren und immer neue Gestaltungsmöglichkeiten zu finden. 

Vor allem: die Drucke sehen immer toll aus. Du brauchst keine besondere Begabung, es ist vollkommen unerheblich, ob du zeichnen kannst oder kreativer Anfänger bist. Du kommst ganz leicht in den „Flow“ und kannst deiner eigenen Kreativität, die jedem Menschen in die Wiege gelegt ist, einfach und spielerisch (und vor allem ohne Frustrationserlebnisse) ans Licht helfen.

Neugierig geworden? Dann schau dich mal bei unseren Kursangeboten um. Oder schau zwischen Mai und Oktober am Montag zwischen 16.00Uhr und 18.30Uhr im offenen Atelier“ vorbei. Dort kannst du die Gelplatte nach Herzenslust ausprobieren.

©Marion

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