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Handlettering ist Meditation?

Achtsamkeit und Handlettering

Handlettering ist Meditation

Handlettering ist Meditation

Handlettering ist Meditation

Heute geht es weiter mit unserer kleinen Reihe zum Thema Handlettering. Was Handlettring mit Achtsamkeit und Mediation zu tun hat, erschließt sich nicht sofort. Zunächst einmal ist Handlettering eine bewusst ausgeführte Aktion, bei der es nicht um Wahrnehmung, sondern um das Tun geht. In der Meditation und auch bei Achtsamkeitsübungen dagegen steht die Absichtslosigkeit, das Beobachten und das Verweilen im Augenblick im Mittelpunkt.

Doch wenn wir im Atelier mit dem Schriftzeichnen beschäftigt sind, stellt sich sehr schnell eine dichte Stille ein. Zu Beginn findet noch eine Unterhaltung über die Werkzeuge, die Pläne des Letterings oder über Alltägliches statt, aber nach kurzer Zeit versinkt jeder in seiner Tätigkeit. Zu hören ist dann nur noch das Kratzen der Federn oder das Schleifen der Brushpens oder das Gurgeln der Kaffeemaschine. 

Es spielt bei dieser Art der Stille keine Rolle, ob ein Kunstwerk geplant wird, wir mit den Formen und Buchstaben spielen oder eine Zeichnung ins Reine gemacht wird. Die Tätigkeit des Schreibens scheint eine ganz eigene Fokussierung zur Folge zu haben. Der Alltag und dessen Sorgen und Mühen rücken in weite Ferne, das übliche Gedankenkarussell wird angehalten und wir verweilen ganz im Augenblick. Leben geschieht im Hier und Jetzt, Vergangenheit und Zukunft haben für den Moment keine Bedeutung. Ganz wie in der Meditation oder bei Achtsamkeitsübungen befinden wir uns mit all unserem Sein in der Gegenwart.

Der Flow beim Lettern

Handlettering mit Tusche und Feder

Handlettering mit Tusche und Feder

In vielen der Ratgeber zur Lebenshilfe und Burnout – Prävention, die zur Zeit die Buchhandlungen überschwemmen, wird auf den „Flow“ hingewiesen, der sich dann einstellt, wenn wir von unserer Arbeit in der Weise gefordert und angeregt werden, dass sich eine Begeisterung einstellt und eine tiefe Befriedigung auslöst, wenn wir die Aufgabe geschafft haben. Es ist ein Zustand, bei dem jede Unterbrechung als Störung empfunden wird, weil wir ganz in unserem lustvollen Tun aufgehen.

Der „Flow“ wird auch bei jeder Art künstlerischer Tätigkeit ersehnt. Ganz egal, ob du schriftstellerisch tätig wirst, malst, bastelst, schnitzt, musizierst oder schriftzeichnest, du wirst immer dann besonders produktiv sein, wenn deine Kreativität fließt und Hindernisse leicht und freudvoll umspielt.

Beim Lettern gibst du dich ganz den Buchstaben, Wörtern und Texten und deren Gestaltung hin. Die vollkommene Konzentration auf und die Hingabe an dein Werk verschafft dir eine Befriedigung die dich ganz Eins werden lässt mit dir selbst und deiner Seele.

Handlettering schenkt fokussierte Aufmerksamkeit

Wenn du dir einen Text, ein Gedicht oder ein besonders schönes Wort merken willst, ist es gut, dem Gehirn mehrere Kanäle anzubieten, über die es den gewünschten Inhalt memorieren kann. Wenn dich ein Text emotional berührt und du ihn über eine längere Zeit schreibst und gestaltest, wird er sich fest in deinem Gedächtnis verankern. Das Arbeiten mit der Hand regt mehr Denkprozesse an, als das einfache Durchlesen. 

Zum Vokabeln lernen ist Lettern natürlich zu zeitaufwändig und würde das Erlernen der neuen Sprache wohl eher verzögern. Aber ein Sprichwort oder ein Gedicht in der neuen Sprache zu gestalten, wird die Sprache gewissermaßen „mit positiver Energie“ aufladen. Positive Gefühle werden mit den fremden Klängen verknüpft und machen das Gehirn aufmerksam und lernwillig. 

Negative Gedanken über“lettern“

Handlettering mit Tusche und Feder

Handlettering mit Tusche und Feder

Der Hypnotiseur Jan Becker empfiehlt in seinem Buch „Du kannst schaffen, was du willst“ die Autosuggestion einzusetzen, um seine Ziele durchzusetzen und die Lebenqualität zu verbessern. Er empfiehlt kleine Fantasiereisen und einfache Suggestionsübungen, die eine kurze Auszeit im Alltag ermöglichen. Sie helfen, negative Gedankenketten zu unterbrechen und mit positiven Gefühlen zu „überschreiben“. So kannst du z.B. den Satz deiner Eltern oder Lehrer „Aus dir wird ja sowieso nichts!“ zwar nicht rückgängig machen, aber in gewisser Weise „umleiten“. Verbunden mit einer Fantasiereise zu einem Ort der Ruhe und der Kraft, an dem du dich wohl fühlst, kannst du imaginieren, was du schon alles geleistet  und welche Fähigkeiten und Begabungen du hast. Oder du kannst den Satz „Ich bin geliebt und wertvoll, so, wie ich bin.“ quasi über den zerstörerischen Satz deiner Kindheit legen.

Auch für diese Übungen kann es eine große Hilfe sein, Wörter der Fantasiereise oder stärkende Sätze in einem Lettering zu gestalten. So verankerst du sie besser in deinem Körpergedächtnis und kannst sie auch in Krisensituationen leicht abrufen. (Eine Nebenbemerkung sei gestattet: Es kann auch eine große Hilfe sein, den kraftvollen Ort zu malen.)

Handlettering kann positives Denken unterstützen

Das menschliche Gehirn kann nicht zwischen Fantasie und Wirklichkeit unterscheiden. Vor allem deshalb schaffst du mit deinen Gedanken eine Wirklichkeit, die es so noch nicht gibt. Wenn du dein Gehirn mit positiven Gedanken fütterst, wird es positive Erfahrungen erwarten. Konzentrierst du dich auf deine Stärken und Erfolge statt auf deine Mängel und dein Scheitern, wird das Gehirn auch mehr positive Entwicklungen wahrnehmen. Du wirst intuitiv mehr Chancen wahrnehmen können. Soweit die Grundzüge des „Positiven Denkens“. In vielen Ratgebern gibt es die Empfehlung, das Gehirn mit Affirmationen zu füttern, die eine positive Grundstimmung erzeugen und eine gewünschte Zukunft schon vorwegnehmen und damit wirklich werden lassen. Solche Affirmationen sind zum Beispiel: Ich bin geliebt und glücklich. Ich bin erfolgreich. Ich treffe die richtigen Entscheidungen. Mein Leben nimmt eine neue, positive Richtung. 

Affirmationen und Afformationen

Solche und ähnliche Sätze wirken stimulierend auf das Gehirn. Der Coach Noah St. John ist in seinem Buch „Erfolg ist kein Zufall“ diesen Weg noch ein Stück weiter gegangen. Nach seiner Theorie reicht es nicht, sein Gehirn mit Affirmationen zu füttern, um eine echte Veränderung herbeizuführen. Er habe die Erfahrung gemacht, dass das Gehirn in der Regel mit Fragen arbeitet. In dem Moment, in dem du deinem Denken eine Frage anbietest, wird es von allein eine Antwort und damit eine Lösung für dein Problem suchen. St. John nennt diese Fragen „Afformationen“. Diese sollten so formuliert sein, dass sie die positive Veränderung schon vorwegnehmen und nach dem „Warum?“ fragen. Solche Fragen sind z.B.: Warum bin ich erfolgreich? Warum habe ich viele Freunde und eine gute Beziehung? Oder warum ist mein Leben sinnvoll? Und w

arum bin ich glücklich?

Ganz egal, welcher Theorie du folgst, ob du lieber mit Suggestionen, Aussagesätzen oder Fragen arbeitest, du kannst dein Gehirn ein Stück weit auf dein Lebensglück programmieren. Den Fokus auf positive Ziele, Entwicklungen, Begegnungen und Erlebnisse zu legen und eine Haltung der Dankbarkeit anzustreben, dient der seelischen und körperlichen Gesundheit und ist ein Schritt hin zu einem erfüllenden Leben.

By heart …

Das Handlettering ist dabei eine wunderbare Gelegenheit, sich mit den positiven Sätzen oder Fragen auseinanderzusetzen und sie im Gehirn zu verorten.

Das aufmerksame, überlegte (oder spielerische) Schreiben und das liebevolle Gestalten lassen die Worte in einem besonderen Licht erstrahlen und senken sie in unser Herz und unsere Seele. 

„By heart“ sagen die Briten, wenn sie vom auswendig lernen sprechen. Das heißt so etwas, wie „ins Herz hinein nehmen“. So kannst du beim Lettern über die Hand, Sätze in dein Herz hinein nehmen und beobachten, was sie dort bewirken, denn…

… Kreativität öffnet Räume.

© Marion

Auch heute gibt es dazu wieder ein Freebie – einfach herunterladen! 🙂

Und wenn du magst, schicke uns deinen handgeletterten Lieblingsspruch – wir würden uns riesig freuen!!!

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