Mixed Media Art 3

Mixed Media Art ist sprühende Kreativität

Techniken für Mixed Media Art Projekte – ein Überblick

Die Anzahl der Tutorials, in denen die verschiedenen Techniken der Mixed Media Art erklärt werden, wächst ständig. Immer mehr Menschen haben Spaß an dieser Art, Kunst zu schaffen, weil sie so viele Möglichkeiten bietet. Immer neue Ideen und Techniken kommen hinzu, werden ausprobiert und weiter gegeben. 

Für denjenigen, der lange keinen Zugang zu seiner Kreativität hatte, ist Mixed Media ein idealer Einstieg. Die Freude am Entstehungsprozess, am Spielen und Aufprobieren ist ein guter Ausgleich zur für viele ermüdenden Routine des Alltagslebens. 

Farben haben eine ganz eigene Sprache

In der Mixed Media Art kommt der Farbe eine große Bedeutung zu. Sie entscheidet darüber, wie der Gesamteindruck des Kunstwerks ist. Grundkenntnisse des Farbkreises helfen zwar beim Mischen der Farben, die Wirkung der Farben auf die Psyche erklären sie nicht. Die Sprache der Farben wird individuell interpretiert, aber innerhalb eines Kulturkreises gibt es ein Grundverständnis, das die Menschen verbindet. 

So ist es ein guter Weg, herauszufinden, wie welche Farbe auf die Betrachter des fertigen Bildes wirkt, bei sich selbst anzufangen. Schau dir deine Farben an und spüre den spontanen Assoziationen nach. Welche Gefühle löst eine bestimmte Farbe bei dir aus? Was verbindest du mit Farben und Farbkombinationen? Welche Grundfarbe magst du am liebsten? 

Grundfarben und ihre Wirkung

Komplementärfarben (rot-grün, blau-gelb) erzeugen Dynamik und Spannung. Möchtest du solche Spannung in deinem Kunstwerk haben oder arbeitest du lieber mit aufeinander abgestimmten Farben?

Grundsätzlich gilt, dass dunkle Farben eher negative Gefühle erzeugen und helle eher positive. „Warme“ Farben sind aus dem Rot/Gelb- Farbspektrum, „kalte“ Farben aus dem Grün/Blau- Spektrum. 

Licht und Schatten werden mit der Beimischung von Weiß, bzw. Schwarz erzeugt.

Bildmaterial, das du applizieren willst, suchst du am besten nach der Farbe heraus, die du verwenden willst. 

Die entscheidende Frage ist aber: Welche Farbe ist HEUTE richtig für DICH?

Kreative Oberflächengestaltung

Im letzen Blogbeitrag habe ich mich vor allem mit der Hintergrundgestaltung beschäftigt. Heute soll es um die Oberfläche, also um das Ausgestalten des Kunstwerkes gehen. 

Die Oberflächengestaltung

MIxed Media Papierschnipse

Aus Papierschnipseln werden strukturierte Hintergründe.

Die einfachste Art der Oberflächengestaltung ist, Bildmaterial, das du ausgesucht hast, auszuschneiden, zu applizieren und harmonisch (oder bewusst disharmonisch) miteinander zu verbinden, etwa durch das Aufbringen von Farben oder Überlappungen. Der Überzug mit verdünnter Tinte, Medium oder eingefärbter Grundierung verbindet die einzelnen Elemente miteinander. Auch zwei Überzüge übereinander in verschiedenen Farben sind möglich (den ersten Überzug unbedingt gut trocknen lasses), von denen der obere Überzug mit Schleifpapier an einigen Stellen vorsichtig wieder abgeschliffen wird.

Der Vintageeffekt

Einen Vintage-Eindruck erhältst du, wenn du verdünnte Grundierung oder Medium mit wenig brauner Farbe einfärbst und das ganze Kunstwerk damit überziehst. Für einen ganz leichten, angedeuteten Überzug färbst du Medium mit Braun oder Weiß ein (das geht natürlich auch mit anderen Farben, die dann eine Art „Farbstich“ entstehen lassen), trägst diesen Überzug dünn auf und wischt ihn vorsichtig wieder ab, bevor er getrocknet ist. 

Stempelmuster

Eigene Muster oder andere Elemente herzustellen, ist nicht allzu schwierig und macht Spaß. Besonders geeignet ist dazu das Schnitzen eigener Stempel aus Stempelgummi, die du immer wieder verwenden kannst. Das Muster wird auf das Stempelgummi gemalt (mit Bleistift oder Kugelschreiber). Denke dabei daran, dein Muster spiegelverkehrt auf dem Stempelgummi aufzutragen, damit es „richtig“ auf das Bild gestempelt wird.

Mixed Media Stempel

Eigene Stempel können aus Stempelgummi selbst geschnitzt werden.

Achtung spielgelverkehrt!

Mit einem kleinen Trick kannst du Vorlagen auf das Stempelgummi aufbringen. Pause deine Vorlage zunächst ab, indem du ein Pergamentpapier auf die Vorlage legst und dieses mit Bleistift nachzeichnest. Lege dann das Pergamentpapier mit der Bleistiftseite auf das Stempelgummi. Streiche mit einem Löffelstiel oder deinem Daumennagel fest über das Pergamentpapier. Der Bleistiftstrich drückt sich durch auf das Stempelgummi. Du kannst ihn dann ganz einfach nachzeichnen. Auf diese Art und Weise wird die Vorlage spiegelbildlich auf dem Stempelgummi erscheinen, so dass das Muster richtig herum auf dem gestempelten Bild abgedruckt wird. Das ist vor allem beim Stempeln von Zahlen und Buchstaben wichtig.

Linoldrucke

Mit Linolschnittwerkzeug wird das weggeschnitten, was nicht auf dem Bild erscheinen soll. Stehen bleiben nur die Flächen, die den fertigen Stempel ergeben. Beim Schnitzen achte darauf, den Stempel und nicht das Schnitzwerkzeug zu drehen. So werden deine Striche weniger wackelig. Den Stempel säuberst du, bestreichst ihn mit Farbe (Stempelfarbe oder Acrylfarbe) und druckst ihn auf dein Kunstwerk.

Mit was man noch so stemplen kann

Sehr effektiv kannst du mit Alltagsgegenständen stempeln. Stoffreste, Teppichreste, Wolle, Noppenfolie, Plastikdeckel, Kronenkorken eigenen sich gut. Du kannst sie einfach so mit Farbe bestreichen und stempeln oder du klebst sie auf ein Holzstückchen. Eine genauere Anleitung dazu findest du im Blogbeitrag „Stempel schnitzen“. 

Stencils, Schablonen und Torstenspitzen

Mixed Media Schablonen

Tortenspitze eignet sich gut als Schablone.

Wirkungsvoll zur Gestaltung einer Oberfläche sind auch Schablonen, vor allem, wenn du sowohl das Positiv als auch das Negativ auf deinem Bild verwendest. Zum Herstellen der Schablone zeichnest du zunächst dein Motiv auf ein festeres Papier, am besten auf Tonkarton. Natürlich kannst du auch Vorlagen abpausen. Du kannst mit Kopierpapier arbeiten oder deine Schablone mit Pergamentpapier abpausen, ausschneiden und auf den Tonkarton legen. Einfache Formen, Flächen oder realistische Motive kommen auf den Mixed Media Kunstwerken gut zur Geltung. Aber auch mit sehr filigranen Mustern kannst du poetische Stimmungen erzeugen oder Schwerpunkte in der Komposition setzen. Probiere einmal aus, Tortenspitze oder Siebteile als Schablonen zu verwenden.

Überzüge für ein lebendige Oberfläche

Besonders ausdrucksstark wird dein Kunstwerk, wenn du die Oberfläche mit einem (oder mehreren) Überzug versiehst. Du kannst ähnlich verfahren, wie bei den Überzügen des Hintergrundes. Fertiges Kunstharz ergibt eine glänzende, seht stabile Oberfläche. Es eignet sich vor allem für dreidimensionale Kunstwerke. Klarlack kann gut auf Bilder aufgebracht werden, hält aber nicht so gut auf mehreren überlappenden Papierschichten. Matte Medium gibt es sowohl glänzend als auch matt. Es hält gut, verbindet die einzelnen Schichten und bringt Farben gut zur Geltung.

Farbige Überzüge mit Tiefenwirkung

MIxed Media Matte Medium

Ein Überzug aus eingefärbtem Matte Medium verleiht dem Bild einen ganz eigenen Charme.

Farbige Überzüge über erhöhte Flächen, oder über Teile deines Werkes unterstützen die Ausdruckskraft. Auch dünne Überzüge aus verdünnter Grundierung oder verdünntem Medium, die eingefärbt werden, verleihen einen einheitlichen Gesamteindruck. Auch ein Überzug aus zwei Schichten, von denen die obere an einigen Stellen wieder abgewischt wird, können einen ganz neuen Eindruck entstehen lassen. Durch Beimischung von Weiß oder Braun hellt der Überzug das Bild auf oder verleiht ihm ein Vintage-Flair.

Linien und Flächen sind die Träger der Komponistion

Linien wirken als verbindende Elemente auf deinem Bild. Verschiedene Bildteile werden miteinander verbunden und stehen nicht mehr lose aneinandergereiht da. Du kannst applizierte Bilder umrahmen, sie mit Wörtern, Zierlinien und Schwüngen besonders hervorheben und die verschiedenen Ebenen mit dünnen Linien zu einer Einheit verbinden. Zum Hervorheben eines Elementes und setzen eines Schwerpunktes sollten die Linien aber nicht allzu dünn sein.

Die Sache mit der Balance

Um zu überprüfen, ob deine Komposition ausgewogen ist, zeichne die Grundflächen der einzelnen Bilder (Dreieck, Quadrat, Kreis etc.) auf ein Schmierpapier und verteile sie so auf dein Bild, wie du dir die applizierten Bilder oder Flächen vorstellst. Auf diese Weise siehst du schnell, ob der Gesamteindruck stimmig ist, oder ob es unerwünschte „Häufungen“ oder leere Stellen gibt. Die einzelnen Flächen werden dann mit Linien „Wegen“ verbunden. Betrachte diese Grundkomposition von Nahem und von Weitem. Es lohnt auch, das Bild einmal zu drehen, damit du dich von den inhaltlichen Komponenten lösen kannst, um den Gesamteindruck beurteilen zu können.

Papier ist das ideale Material 

Wenn du dich auf die Mixed Media Kunst einlässt, wirst du schnell zur Jägerin und Sammlerin. Neben verschiednem Bildmaterial, ist die Verwendung von unterschiedlichsten Papieren ein wesentlicher Bestandteil der Technik. Papier können gerissen, geschnitten, gekniettert, überzogen, bemalt, übereinander geklebt und miteinander verwoben werden.

Papier selbst gemacht 

Besonders schöne Effekte kannst du mit handgeschöpftem Papier erzielen. Dazu wird Papier zerrissen, mit Wasser vermengt und über Nacht eingeweicht. Der Papierbrei wird gut verrührt (am besten mit einem Handmixer oder einem Pürierstab) und in eine Wanne mit Wasser gegossen. Mit dem Schöpfrahmen wird das schwimmende Papier herausgefischt, gepresst und getrocknet. 

Papier schöpfen ist nicht besonders kompliziert, aber aufwändig und mit einer mittelgroßen „Sauerei“ verbunden. Es lohnt sich, im Sommer draußen zu arbeiten.

… und die Edelvarianten

Wer den Aufwand und den Dreck scheut, kann auch „normales“ Papier veredeln, um besondere Effekte zu erzielen. 

Die Oberfläche kann mit verdünnter Farbe besprüht werden. Diese sollte eine Zeit lang trocknen. Mit einem feinen Pinsel und Acrylfarbe werden Elemente aufgemalt, umrahmt oder verstärkt und dann mit mit Tinte eingefärbtem Wasser bespritzt. So werden die harten Ränder leicht verwischt und die Elemente bekommen einen Handmade-Charme.

Ein kräftiges, mit Acrylfarben bemaltes Kunstwerk verliert seine Strenge und seine harten Kontraste, wenn du es mit Tinte überziehst und dann Teile der oberen Farbschicht wieder abkratzt.

Seidenpapier verschmilzt mit dem Untergrund, wenn es geknittert und mit Medium oder Grundierung überzogen wird. 

Applikationen und Feuer und Flamme

Applizierte Bilder, die du sehr exakt ausgeschnitten hast, kannst du durch einen passenden geometrischen Rahmen hervorheben. Du kannst den Rahmen malen oder aus stärkerem Papier zuerst den Rahmen aufkleben und darauf das Bild applizieren.

Papier altern lassen kannst du, indem du es anzündest und an den Rändern leicht kokeln lässt. Achte darauf, eine feuerfeste Unterlage darunter zu legen und nichts Brennbares in der Nähe zu haben. Das Papier kann schnell in Flammen aufgehen, wenn du nicht sehr vorsichtig mit einem Feuerzeug oder einem langen Streichholz kokelst. 

Einen ganz zarten Braunstich erhältst du, wenn du die Flamme in einigem Abstand unter dem Papier durchführst.

Buchstaben und Wörter ergänzen anderen Elemente 

Mixed Media Wörter

Wörter verstärken die Aussage des Bildes.

Besonders dann, wenn du mit deinem Bild etwas bestimmtes ausdrücken willst, sind Buchstaben und Wörter, die in das Kunstwerk eingebunden werden, eine gute Ergänzung. Sie heben bestimmte Aspekte deiner Kunst hervor oder interpretieren sie. Gestaltest du zum Beispiel ein zartes, verwobenes Bild, das den Betrachter in Taumwelten entführen soll, können Wörter wie „Traumland“, „Fantasie“, „Poesie“, „Mondschein“ oder „Feenland“ helfen, die verträumte Stimmung zu erzeugen.

Dabei kannst du die Wörter als Ganzes applizieren oder aufmalen, oder einzelne Buchstaben oder Wortelemente über dein Bild verteilen, die der Betrachter dann selbst in Zusammenhang bringen muss.

Buchstaben und Wörter lassen sich auch gut aufstempeln. Besonders wirkungsvoll werden deine Stempel, wenn du zuerst mit Acrylfarbe stempelst und dann mit Tinte überlappend stempelst, noch bevor die Acrylfarbe ganz getrocknet ist.

Mixed Media Art visualisiert die Sprache deiner Gefühle

Durch die vielen verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten gelingt es mit Mixed Media besonders gut, Aussagen zu treffen, Gefühle deutlich zu machen oder ganz eigene Welten zu entwickeln. Du kannst sehr eindeutig arbeiten oder dem Betrachter viel Raum für eigene Interpretationen lassen. Eine gut ausbalancierte Komposition führt den Betrachter in das Kunstwerk hinein und lässt ihn verweilen. 

Spielen für die Seele

Spannend ist es aber auch, sich selbst vom Prozess des Schaffens führen zu lassen. Je mehr du spielst, d.h. dich absichtslos und jenseits jeder Beurteilung von Bildern, Materialien, Wörtern und Farben ansprechen „verführen“ lässt, desto mehr verleihst du den kreativen Elementen deiner Seele Raum. In den „Flow“, in das Fließen deiner Kreativität kommst du beim Ausprobieren, Kleben, Malen, Überkleben, Wieder – Übermalen leicht. Die Sprache deiner Seele findet Ausdruck und Gestaltungsmöglichkeiten. 

Du kommst wieder in Berührung mit dir selbst, mit deiner eigenen Person. Das wird nicht nur dein künstlerisches Schaffen, sondern auch dein Alltagsleben nachhaltig verändern, denn…

Kreativität öffnet Räume.

Wollt ihr diese Techniken einmal ausprobieren? In unserem Atelier ist das möglich,

z.B. in einem unserer Kurse 

oder immer montags im „Offenen Atelier“

Wir freuen uns auf dich!

Unser Titelbild kannst du dir gerne als Freebie herunterladen!

 

 

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