Gelplatte Titel

Neue Techniken mit der Gelplatte

Mixed Media Art mit der Gelplatte

Wir sind restlos begeistert. Begeistert von einer leicht glibberigen Platte aus Gelantine. Je länger wir uns mit der Gelplatte beschäftigen, umso vielfältiger  werden die Einsatzmöglichkeiten, die wir entdecken. Das Phänomen kennst du sicher auch: Beschäftigen wir uns mit einem Thema näher, stolpern wir immer wieder darüber. 

Gelli Plate 2:1

Diese Zutaten brauchst du für das Herstellen einer Gelplatte.

Für unsere Arbeit verwenden wir sowohl gekaufte Gelplattes, die sehr stabil uns haltbar sind, als auch selbst hergestellte. Solch ein Gelplatte herzustellen, ist nicht kompliziert. Du brauchst Wasser, Gelatine, Glycerin und Isopropyl- Alkohol. Die Verarbeitung erfolgt so ähnlich, wie auch Tortenfüllungen mit Gelatine gefertigt werden. Das genaue Rezept und eine Anleitung findest du bei unseren Freebies, ein Online-Tutorial bei unseren Turorials und in unserem Video.

Acrylfarben und Ölkreide – ein wunderbare Kombination für die Gelplatte

Besonders spannende Effekte lassen sich mit Ölkreiden erzielen. Zeichne Muster, Formen oder auch einfache Bilder mit Ölkreide auf dein Papier. Lege eine Farbschicht auf die Gelplatte. Nimm dein Bild und lege es auf die Gelplatte. Sorge mit dem Gummiroller, mit der Hand oder einem Löffel dafür, dass sich das Papier gut mit der Farbe verbindet. Verwende etwas stärkeres Papier, damit es nicht reißt und Papierreste auf der Gelplatte hinterlässt. Wenn du das Bild abziehst, erscheinen die Kreidestriche auf dem farbigen Hintergrund. 

Gelli Plate 2:2

Die Ölkreide bleibt sichtbar, wenn du mit der Gelplatte Acrylfarbe darüber druckst.

Auf der Gelplatte bleiben Kreidereste, mit denen sich weitere Drucke herstellen lassen, wenn du sie wieder mit einer Farbschicht überziehst. 

Säubern lässt sich die Gelplatte mit einem Baby- Reinigungstuch oder mit Klebestreifen, mit denen man die Farb- und Kreidereste abzieht.

Schwarz für besondere Effekte

Du kannst auf ein Stück Karton ein einfaches Bild mit Ölkreide malen. Überziehe dann die Gelplatte mit einer Farbschicht, drücke dein Bild in die Farbe und löse es wieder. Auf der Gelplatte bleibt ein Negativabdruck deines Bildes. Dieses kannst du nun trocknen lassen, mit einer zweiten Farbschicht versehen und drucken. Du kannst mehre Drucke mit der dem Negativdruck anfertigen. Besonders eindrücklich ist diese Technik, wenn du schwarze Ölkreide verwendest und für die erste Farbschicht schwarze Acrylfarbe aussuchst. Wählst du eine etwas gedeckte zweite Farbschicht, erhält dein Druck den Charakter eines Holzschnittes.

Welche Farben eignen sich für die Gelplatte

Nach unseren Erfahrungen lassen sich mit Acrylfarben besonders schöne, kräftig leuchtende Drucke herstellen. Dabei solltest du darauf achten, Acrylfarbe in Künstlerqualität zu kaufen. Hobbyacrylfarben sind oft zu dünnflüssig und lassen sich nicht gut zum Drucken verwenden.

Aber auch andere Farben sind geeignet.

Verwendest du Aquarellfarben, entstehen zarte, miteinander verschwimmende Farbflächen. Die dünnflüssige Farbe verbindet sich nicht so gut mit der Gelplatte, ist also schwieriger aufzutragen. Auch beim Abziehen des Papiers verläuft die Farbe wieder wegen der dünnflüssigen Konsistenz. Deshalb ist es schwierig, Muster oder konkrete Bilder zu drucken. Auch zum Stempeln oder für die Verwendung von Schablonen eignet sich die Aquarellfarbe nicht. Hintergründe, auf denen weitergearbeitet werden kann, gelingen aber immer.

Gelli Plate 2:3

Die Tinte verwischt beim Drucken.

Ebenso kannst du mit Tinte auf Wasserbasis arbeiten. Mit der Sprühflasche kannst du einen Farbauftrag über einer Schablone (oder auch ohne) aufbringen. Beim Drucken wird auch die Tinte wieder verlaufen. Dieses Verlaufen kannst du mit einem Trick verhindern. Bestreiche die Gelplatte zunächst mit Matte Medium oder mit Gesso. Wenn du auf diesem Hintergrund mit Tinte arbeitest, verläuft diese kaum noch. So bleiben die Muster der Schablonen erhalten. Zum Stempeln eignet sich die Tinte allerdings auch nicht. Sie wird von den Stempeln nicht gut genug aufgenommen und liefert nur unvollständig und sehr dünne Stempelabdrücke.

Auf der Gelplatte bleiben Reste der Tinte, die jedoch beim nächsten Druck nicht abfärben.

Gelli Plate 2:4

Tintenreste bleiben auf der Gelplatte und sind nicht mehr zu entfernen.

Die Königsdisziplin: Foto-Transfer mit der Gelplatte

Warum das die Königsdisziplin ist? Weil der Foto-Transfer prinzipiell möglich ist, aber, wie es Majestäten so zu tun pflegen, nur manchmal bereit ist, auch zu funktionieren. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es zwar bestimmte Vorraussetzungen gibt, die den Transfer erleichtern, eine Garantie gibt es aber nicht. Selbst die Herstellerfirma der Gelplattes weist darauf hin, dass ein Ausprobieren und Erfahrungen sammeln unerlässlich ist, einen guten Transfer aber nicht garantiert.

Transferiert werden können Fotos, Bilder aus Zeitschriften und Büchern, sowie Ausdrucke, die mit dem Laserdrucker gemacht wurden. Tintenstrahldrucker arbeiten mit wasserlöslicher Tinte, diese verläuft mit der Acrylfarbe. 

Hilfreich sind Bilder mit starken Kontrasten. Klar überschaubare Motive in Schwarz-Weiß sind am einfachsten zu transferieren. Detailreiche, farbige Bilder mit wenig Kontrasten verschwimmen meist zu einer Farbmelange, in der das Motiv nur noch ansatzweise oder gar nicht mehr zu erkennen ist.

Bilder aus Hochglanzmagazinen sind einfacher zu transferieren als solche aus „normalen“ Zeitschriften.

Da für ein gutes Ergebnis eine starke Verbindung von Papier und Farbe nötig ist, lohnt es sich ein festeres Papier zum Drucken verwenden.

Wie funktioniert denn nun so ein Transfer?

Gelli Plate 2:5

Ein Bild aus einer Zeitschrift wird in die Farbe gedrückt.

Zunächst bringst du mit Acrylfarbe einen Farbauftrag auf die Gelplatte auf. Dieser sollte recht dünn, aber aber ohne freie Flächen sein. Ist der Auftrag zu dick, kann das Foto keinen Abdruck auf der Gelplatte hinterlassen und dein Druck verschwimmt. Probiere am besten aus, welche stärke dein Farbauftrag haben muss, damit der Transfer gelingt.

Lege das Foto oder die Zeitungsseite auf den Farbauftrag. Drücke es gleichmäßig in die Farbe. Das geht mit dem Gummiroller oder mit einem Löffel besonders gut. Dann ziehe die Seite wieder ab und lege die Gelplatte mit der bemalten Seite auf dein Papier. Rolle nun mit dem Gummiroller kräftig über die Gelplatte. Du kannst auch das Papier auf die Gelplatte legen, aber bei uns wird der Transfer dann nicht so klar. 

Ziehe das Papier zügig wieder von der Platte, damit nichts kleben bleibt.

Für Experimentierfreudige:

Gelli Plate 2:6

Starke Kontraste auf dem Zeitungsbild ermöglichen einen guten Transfer.

Verwendest du die Drucktechnik mit zwei Farbschichten, werden die Bilder prägnanter und sind besser zu erkennen. 

Dazu bringst du zunächst eine Farbschicht auf die Gelplatte auf und drückst dein Transferbild in die Farbe. Ziehe das Bild wieder ab und lasse die Farbschicht trocknen. An der Luft dauert das etwa 10 Minuten, mit einem Föhn geht es schneller.

Trage die zweite Farbschicht (mit einer Kontrastfarbe) auf. Lege die Gelplatte auf dein Papier und rolle mit dem Gummiroller darüber.

Übrigens haben auch Drucke ihren Charme, die nicht klar und detailreich geworden sind. Sie haben interessante Farbverläufe oder lassen das Motiv nur schemenhaft erkennen und vermitteln so einen Vintage-Eindruck.

Neugierig auf die Arbeit mit der Gelplatte geworden? Dann schau dich bei unseren Mixed Media Kursen um oder komme einmal von Mai bis Oktober montags Abends zwischen 17.00Uhr und 19.30Uhr, um unsere Gelplatte nach Herzenslust auszuprobieren.

Hinterlassen Sie einen Kommentar