Maltisch mit Materialien

Inchies – Kreativität im Miniformat

Kreativer Spaß im Miniformat

Wir haben mal wieder einen Heidenspaß im Atelier. Christine hat an der Challenge „30 Tage kreativ mit Marketing Zauber“ von Birgit Schulz https://marketing-zauber.de/kreatives-workout/ teilgenommen. Mich hat sie mit ihrer Begeisterung schon angesteckt: Ich habe mich auch zur Challenge angemeldet. Seid gewarnt: Sie hat eine Menge neuer Ideen ins Atelier gebracht. 

Mit ihrer Frage: „Habt ihr Lust, heute mal Inchies mit mir zu machen?“, erntete sie ratlose Gesichter. Sie grinste und löste das Rätsel. Inchies sind winzige Bildchen, die genau 1×1 Inches groß sind. Sie erinnern aus wie große Briefmarken und sind schnell fertig gemalt. Inchies sehen toll aus und es macht Spaß sie zu gestalten.

Du kannst sie mit allen Farben gestalten, die sich für kleine Zeichnungen eignen: Buntstifte, Bleistifte, Filzstifte, Fineliner, Wasserpinsel, Tinte, Aquarell- und Acrylfarben mit dünnen Pinseln, Aquarellkreide, Aquarellstifte…

Inchies auf einem Tisch

Inchies lassen sich vielfältig gestalten

Wie komme ich an leere Inchies?

Wo du die kleinen Quadrate herbekommst? Selbst machen natürlich. Wir haben leere Postkarten genommen. Die gibt es für wenig Geld im 100er Pack zu kaufen. Die Postkarten haben den Vorteil, dass die Papierstärke recht dick ist. Du kannst dann auch Aquarellfarben, Filzstifte, Acrylfarben oder Wasserpinsel verwenden, ohne dass das Papier durchweicht. Wenn du gerne mit Buntstiften zeichnest, eignet sich auch ein normales Zeichen- oder Kopierpapier. Tolle Effekte erzielst du, wenn du Transparentpapier nimmst. Diese Inchies sehen besonders gut aus, wenn du sie zum Gestalten größerer Kunstwerke einstetzt.

Wer sich schwer tut, mit dem Lineal gleichmäßig Inches abzumessen, kann einen kleinen Trick zu Hilfe nehmen. Lege die Postkarte auf ein Linienblatt, sodass die Linien quer zu deiner Karte liegen. Mache eine kleine Markierung an jeder dritten Linie. Jede der vier Seiten wird so bearbeitet. Jetzt muss du nur noch die Linien durchziehen. Das Gitter auf deiner Karte schneidest du in kleine Quadrate. 

Auf diese Weise werden deine Inchies zwar ein bisschen größer als ein Inch zum Quadrat, sind aber genauso gut zu gebrauchen.

Hände, die Inchies abmessen

Mit einem einfachen Trick lassen sich leere Inchies schnell zurechtschneiden.

Wie fange ich an?

„Tu, was dir Spaß macht!“, wäre die richtige Antwort. Ähnlich wie bei der Mixed Media Art gibt es keine Vorschriften und Regeln. Du kannst detaillierte Schwarz-Weiß-Zeichnungen genauso gut anfertigen wie lustig bunte Comicfiguren. Wir haben damit angefangen, mit Finelinern geometrische Muster zu zeichnen. Jede auf ihre eigene Art und Weise haben wir Zacken, Kringel, Dreiecke oder durchbrochene Linien gezeichnet. Die ersten Inchies haben wir mit einfachen Buntstiften angemalt. Später haben wir noch Aquarellstifte und Aquarellkreiden (mit einem dünnen Pinsel vermalt) ausprobiert. Das ist ganz einfach und durch den Kontrast der schwarzen Finelinerstriche und der zarten Farben der Buntstifte (oder die etwas kräftigeren der Aquarellkreide) sehen die Inchies toll aus.

Eine zweite sehr einfache Technik ist das Stempeln. Die Grundlage dieser Inchies sind kleinere Stempel mit Naturmotiven, die ganz oder teilweise auf ein Inchie gestempelt werden. Die Stempel kannst du dann noch mit Buntstiften ausmalen oder durch Wörter oder kleinere Bildchen ergänzen. Male einen Hintergrund mit Aquarellstiften und stemple dein Motiv mit schwarzer Stempelfarbe darauf. Wenn es dir Spaß macht, verstärke noch Linien deines Stempels mit einem Marker in Schwarz oder Weiß. 

Wählst du helle Farben und trägst diese nicht so kräftig auf, erhält du Inchies mit einem leichten Vintage-Effekt. Dazu brauchst du aber Stempel mit fein ziselierte Mustern.

Inchies mit Stempeln

Mit Stempeln lassen sich interessante Inchies gestalten.

Zu klein für Wörter?

Keineswegs! Auch auf den Inchies sind Wörter gut lesbar, wenn sie einen Kontrast zum Bild bieten. Wir haben die Bilder auf unserer Inchies mit Aquarellstiften und Aquarellkreiden coloriert. Geschrieben haben wir dann mit einem schwarzen Fineliner. 

Kurze Statements, Sprüche oder einzelne Wörter setzen eine Akzent auf dein Inchie. Je nach dem, wo du es später einfügst, wird es so zu einem Gestaltungselement, dass deinem Bild oder deiner Bastelarbeit eine besondere Note gibt. 

Zu kleinen Bildchen passen einzelne Wörter oder Zweiwortsätze. So kommen sich Bild und Schrift nicht ins „Gehege“ und die Wörter bleiben trotzdem lesbar. 

Wenn du Sprüche oder Statements aufschreibst, wähle einen Hintergrund, der nicht zu viel Elemente hat. Eine leichte Colorierung mit Aquarellfarben eignet sich gut. Einen Stempel mit kleinen Elementen kannst du auch nehmen. Wir haben einen Stempel mit einer runden Blume ausgewählt. Verwende helle Stempelfarben, damit deine Schrift gut zur Geltung kommt. 

Inchies mit Wörtern

Auch kurze Statements passen auf Inchies.

Achte darauf, dass die Aquarell- oder Stempelfarbe gut getrocknet ist, bevor du darauf schreibst. Auf einem feuchten Hintergrund verwischen die Fineliner. Deine Buchstaben sind schlecht lesbar und sehen zerlaufen aus. 

Du kannst den Effekt auch ausnutzen und z.B. gruselige Wörter bewusst auf den feuchten Untergrund schreiben. Mit diesem Trick erhältst du eine „Geisterschrift“.

Motive für deine Inchies

Am besten malst du einfache Motive auf deine Inchies: Blumen, Vögel, Sterne… Je einfacher dein Motiv ist, desto leichter ist es für das Auge zu erfassen. Eine Art Journal Page kannst du gestalten, indem du mehrere Inchies zu einer Thematik malst. Auf einem einfachen Hintergrund kannst du die Inchies als Elemente in ein Gesamtbild einfügen. Einfache Motive zu einer Thematik schaffen eine Verbindung zwischen den Elemente und lassen ein harmonisches Gesamtkunstwerk entstehen. 

Wir haben die einfachen Motive zunächst mit Finelinern auf die Inchies gezeichnet. Erst dann haben wir sie mit Aquarellstiften und Aquarellkreiden ausgemalt. Mit den Stiften haben wir die Zeichnungen zunächst wie mit „normalen“ Buntstiften ausgemalt. Die fertig ausgemalten Bilder haben wir mit einem dünnen Pinsel und wenig Wasser „nachbearbeitet“. 

Auch ohne die Nachbearbeitung sehen die ausgemalten Inchies räumlich aus, wenn du die Flächen mit unterschiedlicher Farbdichte gestaltest. Für eine Schattierung wird der Stift kräftiger aufgedrückt. So wird der Farbauftrag dicker und die Farbe wirkt dunkler.

Beim Ausmalen mit Aquarellkreiden haben wir einen dünnen Pinsel nass gemacht und dann die Farbe von der Aquarellkreide abgenommen. Die Kreidestifte sind zu unserem Aquarellkasten geworden. 

Es funktioniert auch ganz gut, mit der Aquarellkreide dickere Punkte auf ein Stück Papier aufzutragen. Von dort kann die Farbe auch mit einem nassen Pinsel aufgenommen werden.

Zeichnest du dein Bild mit einem Fineliner vor, besteht die Gefahr, dass die Striche verwischen, wenn du beim Ausmalen zu viel Wasser nimmst. Das kannst du verhindern, wenn du für deine Zeichnungen einen wasserfesten schwarzen Stift verwendest, etwa einen Kugelschreiber.

Bilder erzählen Geschichten

„Storytelling“ ist das neue Zauberwort in den Bereichen Bildung und Marketing. Unser Gehirn ist auf Geschichten und Kommunikation ausgelegt. Es lernt viel leichter und effektiver, wenn die Lerninhalte in Geschichten verankert sind. Die verschiedenen Hirnareale werden angeregt, neue Netze zu knüpfen. Geschichten sind so etwas wie verbindende Elemente. Sie machen neugierig und helfen, Beziehungen aufzubauen – zu Menschen und zu Lerninhalten. Ganz egal, ob du Lerninhalte oder Shopartikel oder deine Dienstleistung verkaufen willst, Storytelling ist ein wichtiges Hilfsmittel. Eine Geschichte macht neugierig und hält bei der Stange.

Du kannst deine Inchies so gestalten, dass sie eine kleine Minigeschichte erzählen. Sie illustrieren deine Erzählung oder regen die Betrachter an, selbst  Geschichten zu spinnen. 

Christines Gesichter lassen Bilder von Kommunikationen entstehen. Je nach dem, wie sie angeordnet oder coloriert werden, „erzählen“ sie von einem Streit oder einem Miteinander, von Fremdheit oder Freundschaft.

Inchies mit Gesichtern

Bilder erzählen Geschichten.

Inchies – Minikunst mit hohem Suchtfaktor

Es dauert nicht lange, so ein Inchie zu machen. Der Spaßfaktor ist sehr hoch. Auch die Hürde, sich aufzuraffen, ist niedrig. Als wir einmal angefangen hatten, war es schwierig, ein Ende zu finden. „Nur das eine Inchie noch.“ „Gleich fertig.“ „Einen Moment noch.“, waren die Sätze, die an diesem Abend am meisten gefallen sind. 

Verwenden kannst du die Inchies zum Gestalten von Art Journal Pages, Mixed Media Kunstwerken, zum Verzieren von Geschenkverpackungen oder zum Gestalten von Postkarten. Die kleinen Kunstwerke bieten die Möglichkeit, interessante Bildelemente einzufügen und die Aufmerksamkeit des Betrachters zu wecken. Die Postkarten werden lebendig und interessant.

Postkarte mit Inchies

Postkarten werden interessant.

Postkarte mit Text

Inchies ermöglichen die Verbindung von Text und Bild auch auf Postkarten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Malen von Inchies ist gut für Menschen geeignet, denen das „Ich kann doch gar nicht malen!“ allzu leicht über die Lippen kommt. Es gibt so viele kleine Quadrate zum Bemalen. Da kann hemmungslos herumgespielt und ausprobiert werden. Macht nichts, wenn’s nix wird. Es gibt ja noch so viele andere. Am Ende sehen auch die Spielereien und vermeintlich missglückten Versuche toll aus. Wir haben keine weggeworfen. Es macht immer wieder Spaß, neue Techniken auszuprobieren, denn…

Kreativität öffnet Räume.

 

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