Frieden

Die 10. Rauhnacht: Frieden

3. Januar – Frieden

Die zehnte Rauhnacht steht im Zeichen des Oktobers. Der Sommer hat sich endgültig verabschiedet. Die Ernte schenkt uns Früchte in Hülle und Fülle und die Natur beginnt, sich in sich selbst zurückzuziehen. Noch einmal bekommen wir Sonne und eine Komposition von Farben geschenkt, die Herz und Auge glücklich macht. Der kommende Winter greift schon nach uns und wir lernen, die aufkommende Dunkelheit anzunehmen. Die Saison ist vorbei und wir können nichts Verpasstes zurückholen. Die Ernte ist, wie sie ist. Gedanken darüber, was wir besser gesät hätten, wie das Wetter hätte sein sollen, lohnen nicht.

Auch zu Beginn des neuen Jahres drängt sich die Einsicht auf, dass wir das Vergangene nicht zurückholen können.

Landschaft im Schnee

Der Blick vom Atelier auf Affolterbach strahlt einen tiefen Frieden aus.

Bleibe nicht dabei stehen, über Fehlentscheidungen oder verpasste Chancen nachzudenken. Hadere nicht damit, dass alles so geworden ist, wie es nun einmal ist. Alles, was du erlebt hast, gehört zu dir.  Es sind deine Erfahrungen, die zu Wachstum, Weisheit und Reife führen. Durch alle diese Erfahrungen bekommst du die Möglichkeit, immer mehr du selbst zu sein. Durch diesen Prozess bekommt deine Persönlichkeit Tiefe und Einzigartigkeit. Deine Kostbarkeit drängt sich ans Licht.

Schließe Frieden mit dir selbst

Schließe Frieden mit deinem Alltag. Vergebe dir selbst das, was du als Versagen bezeichnest. Alles, was du entschieden, gedacht, getan oder nicht getan hast, hast du so gemacht, wie du es zu dem Zeitpunkt konntest. Es ist gut so, wie es ist, und alles darf sein. Es gibt keine falschen Gedanken und Gefühle. Sie sind zunächst einmal einfach da und machen dein Leben aus. Du bist genau so richtig, wie du bist. Schließe Frieden mit deinen Begrenzungen. Vertraue darauf, dass du mit allem ausgestattet bist, was du für deine wesentlichen Aufgaben brauchst.

Das hört sich einfach und unspektakulär an, aber sich mit seiner eigenen Person und seinem Lebensweg zu versöhnen, kann ein nur schwer lösbare Aufgabe sein. Dir selbst Wertschätzung entgegenzubringen, kannst du lernen. Tu dir immer wieder selbst etwas Gutes. Sorge dafür, dass nicht nur alle um dich herum haben, was sie brauchen, sondern auch du selbst. Gestehe dir jeden Tag eine kurze Zeitspanne zu, in der du das tust, was du liebst.

 

Wenn du aufstehst und spürst,

dass Mut dein Herz erfasst,

dann lege deine Waffen aus der Hand.

Werde angreifbar und verletzlich.

Zeige dich. 

Schließe Frieden mit dir. 

Verschenke dein Licht.

 

Selbstmitgefühl und Selbstwertschätzung stärken die Seele

Mitgefühl für andere zu entwickeln, lernen wir schnell. Mitgefühl mit sich selber zu haben, ist mitunter eine schwierige Aufgabe. Es geht dabei nicht um das schwelgen im Selbstmitleid. Der liebevolle Umgang mit dir selbst ist gefragt. Deine Seele kann wachsen, wenn du deinen inneren Kritiker öfter mal in den Urlaub schickst. Nimm dein inneres Kind von Zeit zu Zeit in den Arm, lobe und tröste es.

Es kann ein heilsames Abendritual sein, aufzuschreiben, was dir am Tag gut gelungen ist. Wo hast du ein Lächeln geschenkt? Wem hat ein freundliches Wort geholfen? Welche Aufgaben ist dir gelungen? Sieh dir an, was du erlebt und getan hast. Lies dir deine Notizen noch einmal durch und sei stolz auf dich. Vielleicht hast du ja Lust, ein Artjournal zu gestalten. Darin soll es nur das ins Bild kommen, was dir gelungen ist. Male lauter kleine Glückssymbole und schaue dir an, was für ein Geschenk du bist.

Wer liebevoll mit sich selbst umgeht, kann auch mit seinen Mitmenschen liebevoll umgehen. So, wie du deinen eigenen Wert erkennst, siehst du auch den der anderen. Es ist viel leichter, Konflikte auszuhalten und zu lösen, wenn du dir deiner eigenen Stärke bewusst bist.

Sitzplätze unter einem Baum

Wer mit sich selbst Frieden geschlossen hat, ist offen für die Begegnung mit anderen.

Die Aufgabe der 10. Rauhnacht: Führe freundliche Selbstgespräche!

Achte heute, in der zehnten Rauhnacht, einmal besonders auf deine inneren Selbstgespräche. Wie sprichst du mit dir? Redest du mit dir, wie mit einem zutiefst geliebten Menschen oder schimpfst du mit dir und kritisierst ständig an dir herum? Nimm dir vor, heute nur freundlich mit dir selbst umzugehen und dich selbst für gelingende Dinge zu loben. Eine meiner ChiGong-Lehrerinnen schloss jede Übungsstunde mit den Worten: „Wir beenden die Übung mit einer Verneigung vor uns selbst, dem wichtigsten Menschen in unserem Leben.“

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