Gelatos von Faber Castell auf einem Journal

Gelatos von Faber Castell – Eis zum Malen?

Malen mit Lebensmitteln – das widerspricht eindeutig unseren Grundsätzen. Lebensmittel gehören in die Küche, nicht auf den Malgrund.

Gelatos sind mit Wasser vermalbare Kreiden von Faber Castell. Sie haben eine sehr cremige Konsistenz und leuchtende Farben. Vor allem die helleren Farben, aber auch die Konsistenz der Kreiden erinnern an Eiscreme. Deshalb vielleicht der Name. Zu bekommen sind die Kreiden in gut sortierten Schreibwarenläden und im Online-Shop von Faber Castell.

https://www.faber-castell.de/search-result-page?q=Gelatos

Gelatos können mit Wasser vermalt, aber auch trocken verwendet werden. Der Auftrag (Strich) der Farben erinnert stark an „normale“ Wachsmalkreiden. Im Gegensatz zu diesen lassen sich Gelatos aber wunderbar verwischen. 

Die Kreidesticks eignen sich nicht nur für das Malen auf Papier, sondern sie halten auch auf Holz, Stoff, Stein und Leinwand. 

Denke aber daran, dass die Kreiden wasserlöslich und abwischbar sind. Wenn du sie Berührungen aussetzt, brauchen sie eine Lackierung. Ein Überzug mit Gesso oder Matte Medium funktioniert nicht gut, denn die Farben verwischen beim Auftragen der Schutzschicht. Sprühlack ist da besser geeignet. 

Gelatos von Faber Castell und Postkarte
Gelatos von Faber Castell sind vielseitige Aquarellkreiden.

Gelatos von Faber Castell – Aquarellkreiden für Experimentierfreudige

Nimmst du die Gelatos einfach zum Malen, verhalten sie sich ähnlich wie Wachsmalkreiden. Die Kreiden sind recht breit und geben einen satten Strich auf dem Papier. Der große Unterschied ist, dass sie ähnlich verwischbar sind wie Pastellkreiden. Die Konsistenz ist etwas fester als die der Pastellkreiden, aber cremig. Du kannst sie gut mit dem Finger verwischen. Wer sich scheut, mit den Händen zuzugreifen, nimmt Kosmetikschwämmchen zur Nagelpflege. Schmutzradierer eignen sich nicht so gut. Mit ihnen trägst du zu viel Farbe ab. Haushaltsschwämme sind zu grobporig. Es ist schwierig, damit genug Druck aufzubauen. 

Einigen der Gelatos-Packungen von Faber Castell sind Schwämmchen beigelegt, mit denen sich die Kreiden gut bearbeiten lassen. Egal welche Schwämmchen du zum Verwischen benutzt, solltest du darauf achten, dunkle und helle Farben mit eigenen Schwämmchen zu bearbeiten. Verwischt zu zuerst eine dunkle Farbe und später eine helle, streichst du Reste der dunklen Farbe über deine helle Fläche. 

Es gibt die Gelatos auch in Neon- und Metallicfarben. Diese wirken besonders gut auf dunklen Hintergründen. Auf dunklem Tonpapier leuchten die Farben intensiv. 

Bilder mit großer Leuchtkraft durch trockene Techniken

Um farbstarke Hintergründe zu gestalten, trägst du die Kreiden mit groben Strichen auf. Du kannst mit den Sticks sehr einfach unterschiedlich starke Farbschichten auftragen. Den groben Farbauftrag verwischst du zu einer geschlossenen Farbfläche. 

Möchtest du gut voreinander abgegrenzte Farbflächen, klebe die Ränder mit Kreppklebeband ab. Es ist schwierig, beim Verwischen eine genaue Linie einzuhalten. Das Kreppband kannst du nach dem Malen wieder abziehen und erhältst so eine klar abgegrenzte Farbfläche.

Besonders interessant werden deine Bilder, wenn du beim Verwischen Farbverläufe einplanst. Farben mit leichten Abstufungen, die miteinander verwischt werden, lassen dein Bild plastischer wirken. Die sanften Abstufungen fallen nicht direkt ins Auge, sie verändern den Gesamteindruck.

Wählst du Kontrastfarben, entstehen spannende Muster und Verläufe, die eindrucksvolle Gestaltungselemente auf deinem Bild sind.

Postkarte blau/gelb mit verwischten Gelatos von Faber Castell
Auf dieser Postkarte habe ich außen einen blauen Rand aufgetragen und nach innen verwischt. Den gelben Innenfleck habe ich nach außen verwischt.

Tolle Rahmen für deine Bilder, Postkarten oder Art Journal Pages erhältst du, wenn du mit einer Farbe ca. einen Zentimeter vom Außenrand bemalst. Diesen Kreidestrich verstreichst du von außen zur Mitte hin. 

Kannst du dich erinnern, wie wir als Kinder Blätter gesammelt und gepresst haben? Über die gepressten Blätter haben wir ein Papier gelegt und sind dann mit einem Stift darüber gefahren. So konnten wir die Blattstruktur sichtbar machten. Auf diese Weise kannst du auch mit Schablonen, strukturierten Flächen oder auch Naturmaterialien und Gelatos verfahren. Verwendest du verschiedene Farben und verstreichst diese dann, erhältst du strukturierte, farbige Hintergründe.

Ran ans Wasser

Es gibt viele Nasstechniken, die das Malen und Ausprobieren mit Gelatos zu einem Vergnügen machen.

Aquarellpapier eignes sich besonders gut als Malgrund, weil es das Wasser besser aufsaugt und sich weniger wellt. 

Du kannst Flächen und Formen mit den Gelatos auf das Papier malen. Mit einem nassen Pinsel verstreichst du die Farbe. Besonders gut geht das mit einem Wasserpinsel. Dabei bleibt der ursprüngliche Strich der Kreide erhalten und eine Fläche darum herum wird eingefärbt. Auf diese Weise kannst du auch Handletterings mit Schattenwürfen gestalten. Durch das Vermalen mit Wasser hin zu den Schattenflächen entsteht ein dreidimensionaler Eindruck.

Es gibt einen Trick, den Kreidestrich nahezu unsichtbar zu machen. Bestreiche dein Papier zunächst mit Gesso und lasse es trocknen. Auf dieser glatten Fläche lassen sich die Gelatos besser mit Wasser vermalen. Das Wasser zieht kaum mehr in das Papier ein und es reißt nicht bei stärkerer Beanspruchung. So bleibt kaum ein Kreidestrich übrig.

Einen ähnlichen Effekt erzeugen die Kreiden, wenn du sie nicht mit Wasser vermalst, sondern mit einem Babyfeuchttuch verstreichst. Dabei entstehen allerdings starke Vermischungen. Mit einem feuchten Pinsel kannst du präziser arbeiten.

Gelatos von Faber Castell – ein Aquarellkasten in Stiftform

Die Gelatos können genauso wie Aquarellfarben verarbeitet werden. Dazu malst du sehr kräftig einen Farbpunkt auf Aquarellpapier oder auf eine Plastikunterlage. Mit einem nassen Pinsel nimmst du die Farbe auf und malst zarte Aquarellbilder. 

Möchtest du kräftigere Farben, schneide ein kleines Stück Kreide mit einem Messer ab und zerbrösele es. Mit einem Pinsel und wenig lauwarmem Wasser kannst du die Kreide auflösen. So wird die Farbe kräftiger, weil mehr Pigmente auf dem Papier „landen“.

Drei Gelatos von Faber Castell und aufgemalte Punkte.
Bringe einen kräftigen Farbpunkt auf einer Unterlage auf. Die Farbe kannst du mit einem nassen Pinsel aufnehmen und wie Aquarellfarben verwenden.

Für die Dripping-Technik befeuchtest du dein Papier. Die angelöste Farbe verstreichst du auf den oberen Rand des Papiers. Nimm reichlich Wasser und lass die Farbe durch Hochheben des Blattes herunterlaufen. 

Eine Variante ist es, auf das angefeuchtete Blatt die Kreiden direkt auf den oberen Rand aufzutragen. Mit dem Pinsel streichst du reichlich Wasser darüber, damit die Farben gut verlaufen.

Ein solches Dripping-Bild wirkt, auf eine dunkle Pappe aufgeklebt, lebendig und interessant. 

Aber auch als Hintergrund eignen sich die Bilder. Du kannst mit Gelatos oder anderen Stiften und Farben gut auf dem getrockneten Dripping- Hintergrund malen. Ebenfalls für Collagen eignen sich die Hintergründe.

Gelatos eignen sich für viele Techniken und es gibt sie in einer großen Farbauswahl. In unserem nächsten Blogbeitrag zeigen wir dir, wie du mit den Gelatos stempeln und mit Schablonen arbeiten kannst.

Die Kreiden regen zum Spielen und Experimentieren an. Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, denn

Kreativität öffnet Räume.

©Marion

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