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Tanzende Frau in Acryl

Intuitives Malen – Was ist das?

Mit Intuitivem Malen zur eigenen Kreativität finden

Die Sehnsucht danach, sich in Bildern auszudrücken, ist allen Menschen in die Wiege gelegt. Viele wollen dieser Sehnsucht nachgehen, geraten aber schnell an ihre Grenzen. Unsicherheit und falsches Leistungsdenken, hemmt viele Menschen in unserer Leistungsgesellschaft. Wenn es dir auch so geht, kann dir das Intuitive Malen helfen, wieder zu deiner eigenen Kreativität zu finden.

Ausdrucksmalen ist eine Kunstform mit großer Freiheit. Weit weg von jeder Form der Beurteilung kannst du spielen und die Kreativität deiner Seele (wieder) entdecken.

Ausdrucksmalen: Eine Hand auf dem Papier.
Beim Ausdrucksmalen wird mit den Händen gemalt. Dadurch wird deine Verbindung zum Bild eng.

Bei unseren Kursen zum Intuitiven Malen bleiben die Pinsel meist im Regal. Die suchenden Blicke mancher Kursteilnehmerinnen sprechen Bände, wenn sie wahrnehmen, dass bei den bereit gestellten Materialien keine Pinsel liegen. 

Es geht beim Intuitiven Malen nicht um die richtige Technik und auch nicht um die Komposition von ausgewogenen Bildern. Es geht darum, der eigenen Seele auf die Spur zu kommen. 

Kunst ist ein Stück weit Handwerk, das du erlernen kannst. Die richtige Verwendung des Materials, Perspektiven oder den perfekten Bildaufbau kannst du lernen und üben. Deine eigenen Kunst entsteht aber in dem Moment, in dem es dir gelingt, etwas aus deiner Seele auf das Papier zu bringen. Deine Kreativität berührt dich selbst und andere vor allem dann, wenn sie deine Gefühle ausdrückt. 

Ausdrucksmalen ist Malen mit den Händen

„Malen ohne Pinsel? Ja, bin ich denn im Kindergarten?“

Wenn unsere Kursleiterin Renate Ortmann die Teilnehmerinnen auffordert, ihre Hände in die Farbe zu tauchen, denken einige an die Zeit im Kindergarten. Fast jede hat in dem Alter mit Fingerfarben gemalt. Renate muss dann erst einmal erklären, dass der Kontakt zum Bild besser gelingt, wenn die Farbe mit den Händen vermalt wird. 

Ziel ist es ja, möglichst ohne Umwege, seine Gefühle zu spüren und auf das Papier zu bringen. Der Pinsel kann da manchmal eine Barriere sein, die den Zugang schwieriger macht. 

Außerdem liegen die Wurzeln unserer Gefühle oft in unserer Kindheit. Beim Malen mit den Händen werden wir leichter dorthin zurück versetzt. So können die Farben dem inneren Kind eine Stimme verleihen.

Aber keine Sorge: In unseren Kursen bestimmen die Kursteilnehmerinnen ihren Malprozess selbst. Wer also lieber mit dem Pinsel malen möchte, bekommt so viele davon, wie er braucht. 

Gesicht auf buntem Hintergrund.
Auch mit dem Pinsel kann beim Intuitiven Malen gearbeitet werden.

Intutitives Malen? Wie geht das?

Zu Beginn des Malprozesses, nimmst du zunächst einmal Kontakt zu deinem weißen Blatt auf. 

Die Größe des Blattes sollte mindestens 50cm x 70cm sein, damit du dich austoben kannst. So eine große, weiße Fläche kann dich in erwartungsvolle Vorfreude versetzten oder etwas verunsichern. Da ist es gut, erst einmal die Hände auf das Blatt zu legen und sich mit den Grenzen vertraut zu machen.

Im zweiten Schritt nimmst du einfachen Tapetenkleister und verstreichst ihn auf deinem Blatt. Der Kleister macht deine Bewegungen leichter und fließender. Die Farbe lässt sich wunderbar verteilen und du kannst leichte Strukturen bilden. Nicht zuletzt macht es viel Spaß, wie ein Kind mit dem Kleister zu spielen. Wann erlaubst du dir sonst, so herrlich „herum zu matschen“?

Als nächstes darfst du dich vor die große Auswahl an Farben stellen und die schönste Farbe aussuchen, um mit ihr zu beginnen. Vielleicht lachen dich auch zwei Farben an, dann nimm gleich zwei auf einmal.

Vogel in verschiedenen Blautönen.
Beginne beim Intuitiven Malen mit ein oder zwei Farben.

Mit dem Auftrag der Farben beginnt der Malprozess zu fließen. Du überlässt dich ganz der Bewegung deiner Hände und gibst dich den Farben hin. Deinen Verstand schickst du in den Urlaub. 

Ausdrucksmalen in Achtsamkeit in seiner Reinform. Nur der Augenblick zählt, nur das, was jetzt gerade da ist.

Ich möchte aber doch so gerne ein schönes Bild malen!

Lässt du dich von deinen Gefühlen leiten, werden die Bilder, die du malst nicht unbedingt schön. Schaltest du deinen Kopf aus, dann spielt es keine Rolle mehr, ob die Farben zusammen passen oder ob deine Bildkomposition stimmt. 

Das ist erst einmal ungewohnt. Wir sind so darauf geeicht, Erwartungen zu erfüllen und Leistung zu zeigen, dass uns das Loslassen schwer fällt. Beim Intuitiven Malen/Ausdrucksmalen spielen Kunsttheorie, Techniken oder Leistungsgedanken spielen keine Rolle. Gib dir die Erlaubnis, kein Kunstwerk zu gestalten. Die Verbindung zu deiner eigenen Kreativität gelingt am besten, wenn du dir die größtmögliche Freiheit schenkst. 

Was du malst, ist deine Kunst. Es ist deine Kreativität die ins Fließen kommt. Ob das irgend jemand sonst für Kunst hält, spielt keine Rolle. Deine Lebendigkeit und deine Gefühle finden den Weg in das Bild. 

Farben haben bestimmte Bedeutungen und Wirkungen. Manchmal gelten diese für nahezu alle Menschen und Kulturen. Manchmal hat ein und dieselbe Farbe in verschiedenen Kulturen unterschiedliche Bedeutungen. Ganz unterschiedliche Vorstellung und Gefühle werden mit einer Farbe verknüpft.

Für das Ausdrucksmalen spielt das keine Rolle. Einzig, welche Gefühle eine Farbe bei dir selbst auslöst, ist von Bedeutung. Dein Bild und dein Malprozess werden nicht beurteilt oder interpretiert. 

Angedeutetes Gesicht in den Farben Rot, Lila, Weiß und Schwarz.
Wenn du deine Gefühle ausdrückst, spielt es keine Rolle, ob andere dein Bild schön finden.

Hilfe – meine Gefühle melden sich! – Ausdrucksmalen ist Malen für die Seele

Es erfordert ein bisschen Mut, den Kopf auszuschalten und die Gefühle sprechen zu lassen. Denn, lässt du dich auf den Prozess ein, werden zwar dein Glück, deine Freude und deine Liebe an die Oberfläche kommen, aber auch negativ besetzte Gefühle wie Wut, Neid oder Trauer. Auch solche Gefühle können sich melden, die du vielleicht lieber nicht spüren möchtest. 

Gut ist es dann, eine liebevolle Begleiterin wie Renate zu haben, die dir unterstützend zur Seite steht. 

Das Steuerruder hast du aber immer selbst in der Hand. Manche Kursteilnehmerinnen wünschen sich eine intensive Begleitung. Andere malen lieber allein für sich. Die Weisheit der Seele lässt sowieso nur die Gefühle an die Oberfläche, die du auch aushalten kannst.

Tanzendes Kind, rosa und gelb.
Alle Gefühle haben ihren Platz beim Intuitiven Malen; auch die unbändige Lebensfreude.

Es ist wirklich erstaunlich, wie heilsam es ist, den ganzen Blumenstrauß an Gefühlen auf das Bild zu bringen. Verletzungen können heilen und neue Kraftquellen können sich erschließen. 

Viele Psychologen vertreten die Meinung, dass Gefühle, die da sein dürfen, in der Seele keinen Schaden mehr anrichten können. Meine eigenen Erfahrung bestätigt das. Beim ein oder anderen Bild sind Tränen geflossen, aber Kraftbilder sind sie für mich alle geworden.

Ist mein Bild fertig?

Das ist eine Frage, die du nur selbst beantworten kannst. Nur du selbst kannst spüren, ob dein Malprozess zu Ende ist. Die Verführung ist groß, sich einem neuen Bild zuzuwenden, wenn die auftauchenden Gefühle dir nicht passen. Ausdrucksmalen erfordert zuweilen Mut. Es lohnt auf jeden Fall einen zweiten oder dritten Blick auf dein Bild und ein achtsames Hineinspüren, um festzustellen, ob dein Bild fertig ist. Die Bereitschaft, genau hinzuschauen und dich deinen Themen zu stellen, kann einen Prozess der Heilung anstoßen. 

Deine Kunst wird lebendig und berührend, sobald du deiner Seele zuhörst. Nichts gegen ausgewogene Stilleben, aber Kunstwerke, die mich aufrütteln und mein Leben begleiten, sind oft wild und bunt. Handzahme, idyllische Wohlfühlbilder sind nett anzuschauen – mehr aber auch nicht. Lebens-Kunst öffnet dem Leben mit all seinen Facetten die Tür. 

Beim Betrachten eines Kunstwerkes, entsteht eine nonverable Kommunikation zwischen Künstler und Betrachter. Ob der Betrachter die „Sprache“ des Künstlers versteht oder nicht, ist dabei zweitrangig. Das Betrachten von Kunstwerken ist ein unabhängiger Schaffensprozess.

Bockaden Ade! Intuitives Malen heißt: Spielen und die Zeit vergessen

In unsere Kurse kommen immer wieder Menschen, die mit Blockaden ihrer Kreativität konfrontiert sind. Manche haben viele Kurse besucht, sind in vielen Techniken ausgebildet und bringen alles mit, um tolle Bilder zu malen. Aber dann stehen sie vor der weißen Leinwand und wissen nicht weiter. 

Oder sie malen Landschaftsbilder oder Portraits ab und können mit den fertigen Kunstwerken nichts anfangen.

Auch unsere Kursleiterin Renate hat Kunst studiert und kam irgendwann an den Punkt, dass ihr ihre Bilder nichts sagend vorkamen. Sie waren zwar gelungen und schön, hatten aber zu wenig mit ihr selbst und ihren Gefühlen zu tun.

Bist du auch schon einmal an diesen Punkt gekommen? Da kann es eine unglaubliche Befreiung sein, sich zu erlauben, keine „Kunst“ machen zu müssen. Beim Ausdrucksmalen oder Intuitiven Malen gibt es keine Regeln und Vorschriften. Hingebungsvoll mit den Händen (oder mit dem Pinsel) über das Papier streichen, in Farben eintauchen und dich ganz dem Prozess hingeben: So fühlt sich der kreative Flow an. Du kannst wieder Zugang zu deinen eigenen Kraftquellen finden und in Beziehung mit dir selbst kommen. 

Augen in einem bunten Gesicht.
Intuitives Malen ist spielerisch und lässt der Kreativität freien Lauf.

Ich kann nicht malen

Andere Kursteilnehmer sagen zu Beginn des Kurses ganz klar und überzeugt: „Ich kann nicht malen, aber ich tue es so gern. Ich bin hier, weil in der Kursbeschreibung stand, dass nichts analysiert und bewertet wird.“ 

Am Ende des Kurses klingen sie ganz anders. Sie erkennen die Ausdruckskraft ihrer Bilder. Berührende Kunstwerke sind entstanden. Oft sehen wir in strahlende Gesichter. „Das habe wirklich ich gemacht? Ich bin ja eine Künstlerin!“

Viel zu lange wurden wir vom Leistungsdenken und Beurteilungen von anderen beeinflusst. Spätestens in Kindergarten und Schule setzt das Vergleichen und Beurteilen ein. So wird die eigene Kreativität schon früh blockiert. 

Das Ziel beim Intuitiven Malen ist, sich von diese Begrenzungen von außen zu befreien. Du kannst mit den Farben spielen und wieder zum Kind werden, das die Zeit vergisst. Darin liegt eine große Freiheit. Die Tür zu deiner Seele öffnet sich von ganz allein und du kommst wieder in Beziehung zu dir selbst.

Ausdrucksmalen, geht das auch zu Hause?

Aber ja! Nicht jeder hat den Platz für eine Staffelei oder gar einen eigenen Raum zum Malen. Große Bilder mit Acryl- oder Gouachefarbe lassen sich nicht gut am Schreibtisch malen. Intuitives Malen geht auch auf kleineren Formaten. Auch mit Buntstiften, Aquarellfarben oder Kreiden lässt sich spielen und ausprobieren. Dich selbst und deine Gefühle ausdrücken kannst du genauso gut mit Stiften in einem Journal. Spaß haben an deiner eigenen Kreativität geht immer und überall. 

Bunte Formen mit Pastellkreide
Ausdrucksmalen geht auch mit Pastellkreide.

Wenn es dann doch mal hemmungsloses Malen auf großen Leinwänden oder  Papieren sein soll, bleiben ja noch unsere Kurse 

oder das offene Atelier am Montagabend in den Sommerabenden: 

Nichts hält dich davon ab, gleich nach deinen Stiften zu suchen und dir einen äußerst vergnüglichen Abend zu bereiten, denn…

Kreativität öffnet Räume.

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