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Stapel von Papieren für ein Junk Journal

Junk Journal für Einsteiger

Alles Journal – oder was?

Zugegeben: Es ist nicht so einfach, den Überblick zu behalten. So viele Sorten von Art Journals gibt es. Egal, ob Bullet Journal, Sketchbook, Scrapbook, Mixed Media Art Journal, Felicity Art Journal, Reisetagebuch oder Junk Journal: Spaß machen sie alle. Der Trend, eigene Journals mit Bildern, Texten, Fotos oder Skizzen zu füllen, ist ungebrochen.

Manche der Journals habe zur Aufgabe, den Terminplaner zu ersetzen (Bullet Journal). Andere möchten Erinnerungen festhalten (Scrapbooks, Reisetagebücher). Wieder andere dienen als Medium für künstlerischen Ausdruck (Sketchbook, MIxed Media Art Journal), manchmal in Verbindung mit einer seelisch-geistigen Entwicklungsmöglichkeit (Felicity Art Journal). Was aber ist ein Junk Journal?

Ein Stapel aufgeschlagener Journals
Es gibt viele Sorten von Art Journals.

Junk Journal – Was ist das?

Wörtlich übersetzt heißt „Junk“ im Deutschen „Müll“. Ein Journal aus Müll? Die Antwort ist ein ganz klares „Jein“. Ein Junk Journal wird aus vielen verschiedenen Papieren gestaltet. Das können Zeitungsseiten, Designpapiere, alte Buch- oder Notenseiten oder auch Seiten aus Zeitschriften sein. Je bunter und vielfältiger diese Papierseiten sind, um so besser. Eine alte Postkarte aus Omas Schatzkiste, gefaltete Briefumschläge oder kleine, aufgeklebte Tags (das sind gestaltete Anhänger oder Schildchen) vervollständigen das Ganze. 

Die Art der Papiere und auch ihre Größe spielen dabei keine besondere Rolle. Erlaubt ist, was gefällt. Sogar hübsche, gesäuberte Verpackungselemente können ihren Weg in dein Junk Journal finden.

Ein Junk Journal ist also genau das, was schnell den Weg in unser Atelier findet: eine wunderbare Spielerei.

Eine Auswahl von verschiednen Papierresten für ein Junk Journal
Alle nur möglichen Papierreste können zu einem Art Journal gebunden werden.

Ein Journal aus Altpapier? – Habt ihr keine Papiertonne?

Natürlich ist unsere Papiertonne immer noch gut gefüllt. Aber wir haben uns angewöhnt, die Augen offen zu halten. Bevor Papier in die Tonne kommt, wird es erst nach hübschen Mustern oder Bildern durchforstet. Es könnte ja etwas dabei sein, das wir für ein Junk Journal gebrauchen können.

Geschenkpapier oder einfaches Zeitungspapier sind zwar oft zu dünn, um sich als „selbständige“ Journalseite zu eignen, aber auf festeres Papier aufgeklebt, werden sie zu wunderbaren Hintergründen.

Wir halten Ausschau nach Farben oder Farbkombinationen und Mustern, de uns gefallen. Auch Schriftsätze betrachten wir mit anderen Augen. Eine schöne Schriftkomposition eignet sich gut als Gestaltungselement einer Junk Journal Seite. 

Aufgeschlagenes Junk Journal. Links eine bunte Zeitschriftenseite, rechts eine alte Buchseite.
Bunte Papiere und Buchseiten peppen dein Junk Journal auf.

Stabile Pappe von Kartons kannst du auf die gewünschte Größe zurechtschneiden. Mit einem Papier oder mit Buchbinderleinen oder Stoff beklebt, wird daraus ein Buchdeckel für dein Junk Journal. 

Die Größe der Papierstücke ist zweitrangig. Es macht ein Junk Journal ja gerade aus, dass nicht alles genormt ist. Die obere Grenze bildet das Cover deines Journals. Alle kleineren Papiere sind zum Einheften geeignet.

Ein Junk Journal selbst binden? Kann ich das auch?

Aber ja! Es gibt ganz einfache Bindetechniken, die du nachmachen kannst. Eine einfach Art, dir ein Journal zu binden, findest du in unserem Blogbeitrag zum Scrapbooking.

Der Nachteil des Nähens ist, dass du größere Papiere brauchst, weil ja immer ein Papier gleich zwei Seiten darstellt. Das kannst du verhindern, indem du zwei Papiere auf einen Streifen festeren Papieres (z.B. Graupappe oder Tonpapier) aufklebst und diesen Streifen faltest und vernähst. 

Du kannst aber auch einfach deine Papiere lochen und mit Ringen verbinden.  So kannst du auch Papiere später dazu heften, wenn du feststellst, dass deine Seiten nicht reichen. Stabiler werden die Journals, wenn du die Löcher der Buchdeckel mit Ösen verstärkst.

Junk Journal Cover mit verstärkten Löchern.
Bei eine Ringbindung lohnt es sich, die Löcher für die Ringe mit Ösen zu verstärken.

Wenn du weder Ösen noch Ringe zur Hand hast, kannst du ach einfach einen Faden durch die Löcher ziehen. Damit du deine Seiten gut umblättern kannst, falze sie etwa einen halben Zentimeter neben der Lochkante.

Besonders edel: Junk Journals mit Vintage-Effekt

Ein Junk Journal mit Vintage-Effekt sieht besonders toll aus. Es ist ganz einfach herzustellen. Dafür wählst du Seiten aus vergilbten Papieren oder Zeitungen. Alte Rechnungsblöcke, Seiten aus Taschenbüchern aus deiner Jugend, alte Noten oder einige Monate altes Zeitungspapier sind gut geeignet. Willst du diese Seiten mit festeren Papierseiten ergänzen, wähle Papier in gelblichen Farben. Elfenbein, Altrosa, Pastellfarben oder Altweiß eignen sich gut. 

Du kannst Papier auch selbst altern lassen. Nein, dazu brauchst du keine Zeitmaschine. Du benötigst lediglich eine flache Schüssel (z.B. eine Auflaufform), eine Liter starken schwarzen Tee oder Kaffee und Papiere.

Papier altern lassen mit Trick 17

Ich habe für das Einfärben mit Tee einen Liter Wasser gekocht und vier gehäufte Teelöffel schwarzen Tee dazugegeben. 

Für die Kaffeelösung habe ich fünf gehäufte Esslöffel löslichen Kaffee in einem Liter heißem Wasser aufgelöst. Du kannst die Färbung verstärken, wenn du mehr Tee oder Kaffee dazugibst.

Papier in einer Kaffeelösung.
Nach dem Erkalten tauchst du dein Papier in die Tee- oder Kaffeelösung.

Nach dem Erkalten der Färbelösung tauchst du das Papier kurz hinein. Dabei musst du beachten, dass das Papier mit der Lösung getränkt werden, aber nicht reißen soll. Tauchst du das Papier zu kurz in die Tunke, gelingt der „Alterungsprozess“ nicht richtig und du bekommst weißes Papier mit Teeflecken. Nach einigen Versuchen hast du sicher herausgefunden, wie lange du das Papier in den Tee oder Kaffee tunken musst. Getrocknet habe ich die Blätter ausgelegt auf alten Handtüchern.

Mir hat das Papier, das ich mit der Kaffeelösung habe altern lassen, besser gefallen. Es wirkt um einige Jahrzehnte älter als das mit Tee gefärbte.

Zwei geknitterte Papier für ein Vintage Junk Journal.
Durch das Knittern bekommt dein Papier eine tolle Struktur. Die linke Seite ist mit Tee gefärbt, die rechte mit Kaffee.

Besonders schöne Seiten erhältst du, wenn du das Papier vorher zerknitterst. In den Falten sammelt sich die Flüssigkeit und färbt diese stärker ein. Ich habe auch versucht, das getränkte Papier im Nachgang zu knittern. Dabei sind mir aber alle Versuchsseiten gerissen. Vor allem einfaches Papier kannst du durch das Knittern aufpeppen. Notenblätter oder Buchseiten sind auch ohne Knittern interessant.

Übereinander gelegte, eingefärbte Buchseiten für ein Junk Journal.
Durch das Aufeinanderlegen bekommen deine Papiere unterschiedliche Färbungen.

Durch einen anderen kleinen Trick kannst du einen tollen Effekt erzielen. Lege du beim Trocknen mehrere getränkte Blätter an einigen Stellen etwas übereinander. So sieht es so aus, als hätten die Seiten beim Altern lange Zeit übereinander gelegen. Das wirkt besonders stilecht. Für diese Technik eignet sich Papier, das du in einer etwas kräftigeren Kaffeelösung getränkt hast. Mit Tee gefärbtes Papier ist zu blass. Da sind die Unterschiede in der Färbung zu gering.

Und wozu das Ganze?

Die Frage ist nicht ganz unberechtigt. Natürlich kannst du auch jedes andere gekaufte oder selbst gebundene Journal für deine Art Journals verwenden. Junk Journals haben aber einen ganz eigenen Charme. Außerdem bieten sie schon eine Grundlage, auf die du aufbauen kannst. Es gibt ja keine weißen Seiten, die dich leer anschauen. 

Junk Journal Page in der Bearbeitung.
Wenn dein Junk Journal fertig ist, beginnt der eigentliche Spaß: das Gestalten der Seiten.

Vielen ist es eine Hilfe, wenn schon ein kleines Bild, eine Farbe, Knitterstellen oder Ähnliches vorhanden sind, aus denen sie ihre Pages entwickeln können. Aus einem Junk Journal lässt sich auch gut ein Scrapbook gestalten. Die Junk Journal Seiten bieten deinen Fotos einen Hintergrund, den du dann mit wenigen Dekoelementen gestalten kannst.

Zudem ist jedes Junk Journal einzigartig. So, wie auch deine Kreativität einzigartig ist. Also ran an die Papiertonne und losgelegt, denn

… Kreativität öffnet Räume!

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